artpreview · 2016

Ausstellungsvorschauen der Sezession Nordwest e. V., Wilhelmshaven, Alexander Langkals

Juni 2016

Klaus Dierßen, MEZI, Fotografie, 40 x 60 cm (Ausschnitt)

Lichtungen

Mit dem untrüglichen Objektiv der Fotokamera fängt der Hildesheimer studierte Künstler und emeritierte Kunstprofessor Klaus Dierßen Licht- und Schattenbilder, die teils kaum beantwortbare Fragen von Realität und Irrealität aufwerfen.

Schattenbilder auf Wänden, wehenden Gardinen oder anderen Flächen erinnern an Platons Höhlengleichnis der Erkenntnisbildung des Menschen und damit an seinen evolutionären Aufstieg. Auf der ersten Erkenntnisstufe hielt er vom Feuer auf die Höhlenwand projizierte Schatten für real existent, bis er über einen mehrstufigen Prozess zur Erkenntnis gelang, dass es sich lediglich um immaterielle Abbilder der Wirklichkeit handelt. Erst die Überwindung vorhandener Grenzen und Beschränkungen und die damit einhergehende Befreiung des Menschen – auch und vor allem geistig – bilden die Voraussetzung zur Erkenntnis neuen Wissens. Platon zielte mit seinem Modell auf die philosophische Auseinandersetzung mit der menschlichen Erkenntnisfähigkeit der Wahrheit schlechthin.

Unter dem Titel Lichtungen präsentiert der 1949 in Hildesheim geborene Klaus Dierßen vom 2. Juni bis zum 4. Juli „Licht- und Schattenbilder“ in der Sezession Nordwest. In seiner Heimatstadt studierte er Bildende Kunst und schloss an der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig ein weiteres Studium u. a. der freien Kunst an. Bereits ab 1977 war er als Dozent für Bildende Kunst und Fotografie an der Universität Hildesheim tätig, später dann als Professor bis 2012. Die Liste seiner nebenamtlichen Tätigkeiten, seiner Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, seiner Publikationen, der Vortrags- und Beratertätigkeiten ist lang.

Dierßens Techniken sind Grafik und Fotografie. In der Fotografie nimmt das Thema Licht und Schatten einen großen Stellenwert ein. Mehrere Serien sind über die Jahre entstanden. Darunter sind Arbeiten, die aufgrund ihrer reinen Schwarz-Weiß-Werte und ihrer einfachen Motive – etwa Fensterrahmen und -sprossen – an Collagen aus schwarzem Papier auf weißem Grund denken lassen. Andere Arbeiten in zahllosen Grauabstufungen sind derart komplex und rätselhaft, dass um ein Erkennen gerungen werden muss.

Wieder andere Fotografien thematisieren Muster, die einerseits messerscharf und hart erscheinen, in anderen Bildern den Anschein von haptisch fühlbaren Texturen vergleichbar weicher Stoffe besitzen. Schon eine kleine Auswahl der zahllosen „Schattenbilder“ von Klaus Dierßen führt die verblüffende Unerschöpflichkeit dieser Thematik vor Augen. Das Bild einer im Gegenlicht in Wellen hängenden Gardine vor Pflanzen und weiteren Gegenständen vereinigt grafisch-lineare Flächen mit fließenden, plastischen Bereichen, die ein eindeutiges Erkennen und Unterscheiden von Schatten bzw. Objekt teils nicht gewähren. Hinter den Milchglasscheiben einer Doppeltür, die sich über die gesamte „Bild“-Fläche einer Fotografie erstreckt, entmaterialisieren sich Sprossenfenster und lösen sich Balkone und Simse in einem nebulösen Lichtraum, der Schärfe und Farbe entzieht, zu einer körperlosen Lichtmalerei auf. Der einzige faktische Gegenstand im Bild – der Doppeltürrahmen – ist vom Licht nicht erfasst und wird somit zum Schatten seiner selbst.

In Lichtungen konfrontiert uns Klaus Dierßen mit Bildern der Wirklichkeit, die zu erkennen immer wieder ein freies, unbeschränktes Auge fordern, die neben rationalen erkenntnistheoretischen Gehalten aber auch große visuelle Überraschungen und Qualitäten beinhalten.

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Klaus Dierßen, NAMEI,
Fotografie, 60 x 40 cm

Klaus Dierßen, MUBEST 2,
Fotografie, 40 x 60 cm

Klaus Dierßen, MEZI,
Fotografie, 40 x 60 cm

Klaus Dierßen, NAMEI,
Fotografie, 60 x 40 cm

April 2016

Klaus-Jürgen Maiwald, Regatta vor Porquerolles, 2015 (Ausschnitt)

Méditerranée – Malerei als Erinnerung an südliche Landschaften

Klaus-Jürgen Maiwald lässt sich vom Leben am und auf dem Mittelmeer zu abstrahierten Malereien inspirieren, die vereinzelt an heimische Szenerien erinnern.

Abstrakte und gegenständliche Malerei sind zwei grundverschiedene Strömungen der bildenden Kunst – so ist es häufig anzutreffen. Doch dass diese beiden unterschiedlichen Zweige nicht unversöhnlich nebeneinander hergehen, zeigt Klaus-Jürgen Maiwald in ausgewählten Bildern, die er unter dem Titel Méditerranée – Malerei als Erinnerung an südliche Landschaften vom 7. April bis zum 3. Mai in der Sezession Nordwest präsentiert.

Viele Bilder dieser Auswahl sind von einem Grundton blauer Variationen charakterisiert, der im Zusammenspiel mit nur wenigen weiteren reinen, lichten Rot-Orangetönen und weißen Akzenten mittelmeerische Atmosphäre erzeugt. So meint man etwa, in den nicht blauen Farbfeldern von Port de Pèche Häuser im Sonnenlicht an der Meeresküste zu erblicken. Faktisch hingegen ist das gesamte Bild aus strengen geometrischen Farbflächen aufgebaut, und nirgends verdeutlichen etwa architektonische Details oder pflanzliche Elemente eine Landschaftsdarstellung. Andersherum formuliert: Dieses – und andere – abstrakte Bild bedarf keiner gegenständlicher Elemente, um als eine Gebäudeszenerie am Meer gedeutet werden zu können.

Maiwald malt so, dass Gestaltformen ebenso lose an Flächen andocken, wie sie schwebend als Grundformen belassen werden. Die Bilder funktionieren, weil er ihre Statik mit sicherem Auge austariert. Dabei mündet dieses zugrunde liegende Gleichgewicht nicht in eine Belanglosigkeit – Spannungen baut er etwa durch die Positionierung von Einzelformen auf, etwa im kleinen roten Boot am Horizont im gleichnamigen Bild oder in den im Sonnenlicht weiß leuchtenden Segeln der Regatta vor Porquerolles.

Das Spiel mit der Perspektive, mit Fläche und Raum ist ein wesentlicher Bestandteil der Bilder. Erst die als Segelboote identifizierbaren kleinen weißen Dreiecke in Regatta vor Porquerolles machen aus der freien Flächenmalerei eine akzentuierte Wasserfläche, die nach oben zu einem scharf geschnittenen Horizont weit in die Tiefe fluchtet. Ob es sich darüber jedoch um ferne Landmassen in atmosphärischer Verblauung handelt, ist ungewiss.

Ähnlich kippt die Perspektive in Boot am Horizont, wo wiederum das Boot aus der blauen Farb- eine Wasserfläche wandelt. Neben der Deutung als eine Ansicht durch verschiedene Wasserschichten lassen die Beige-Ockertöne am unteren Bildrand an einen sandigen Uferstreifen denken und lösen damit die abstrakte Flächenkomposition in einen zum Betrachter gekehrten Bildraum auf.

Vieux port steht stellvertretend für Arbeiten, in denen neben malerischen und Abstraktionsverfahren der Oberflächentextur eine wichtige Rolle zuteil wurde. Die stoffliche Struktur des Malträgers Rupfen durchdringt selbst mehrlagige trockene Farbschichten, die teils losgelöst jeglicher formaler Gebundenheit wie streng geometrische Farbschleier über eine abstrahierte Hafenszene mit Booten und angrenzender Bebauung gelegt sind. Und wieder gibt es Spannungsakzente – haptischer Art: Einzelne pastose Farbflecken, wie aus der Tube gedrückt oder mit dem Spachtel gezogen, fordern geradezu auf, nicht allein mit dem Auge, sondern auch mit den Fingern die Bilder zu erkunden.

Wenn auch dezidiert Bilder südlicher Landschaften, so könnte manche Szene auch auf dem heimischen Gewässer des Jadebusen an einem unbeschwerten Sommertag eingefangen sein.

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Klaus-Jürgen Maiwald, Port de Pèche, 2010

Klaus-Jürgen Maiwald, Boot am Horizont, 2015

Klaus-Jürgen Maiwald,
Regatta vor Porquerolles
, 2015

Klaus-Jürgen Maiwald, Vieux port, 2014/15

März 2016

Margot Drung, Dialog Nr. 434 539 (Ausschnitt)

Dialoge ohne Worte

Bilder und Buchobjekte symbolisieren ein Spannungsfeld unterschiedlichster Dialoge. Das übliche Transportmedium, das geschriebene Wort, belässt Margot Drung allenfalls als rudimentäres Bildelement.

Unter dem Titel Dialoge ohne Worte stellt die in Hatten lebende Margot Drung ab dem 3. März Bilder und Buchobjekte in der Sezession Nordwest aus. Dabei sind ihre Dialoge mehrschichtiger Natur. Ein erster, intensiver und teils langwieriger spielt sich zwischen der Künstlerin und ihren Arbeiten ab – genauer – er ist ein entschei-dender Bestandteil des Entstehungsprozesses. Dazu formuliert sie selbst: „Die sinnliche Seite im Umgang mit unterschiedlichen Materialien sowie das Spiel mit Begriffen und Assoziationen steigern meine Experimen-tierlust. Formale Zusammenhänge, die im Material verborgen liegen, versuche ich zu entdecken und als Gestaltungsmittel einzusetzen. Inspirationsquellen sind für mich Formen aus den Bereichen Natur, Mensch und Technik.“

Einen nicht unmaßgeblichen Einfluss auf die künstle-rische Arbeit haben Ausbildung und Lehrtätigkeit der 1949 in Veenhusen/Moormerland Geborenen genommen. Bestandteil ihres Pädagogikstudiums in Oldenburg waren u. a. Textiles Gestalten und Kunst. Letzteres, genauer die bildende Kunst, hat sie in einem Studium generale an der Uni Oldenburg noch vertieft.

Ausgangspunkt für eine Gruppe von Arbeiten ist ein Buch, deren Seiten digital erfasst und bearbeitet großformatig auf Leinwand gedruckt sind. Ausgespart von einer schwarzen Fläche markieren rote Dreiecke – ähnlich An- und Abführungen für Zitate oder direkte Rede – Eckpunkte eines hinter Schraffuren nur mehr fragmentarisch ersichtlichen Textes, der somit seine Aussage verloren hat. Unterschiedliche Dialoge entspannen sich zwischen den verschiedenartigen Elementen der „Seiten“ wie auch zwischen diesen und dem Betrachter.

Eine weitere Dialog-Werkgruppe besteht aus weitgehend abstrakten Acrylbildern in zwei, maximal drei Farben. Der Dialog Nr. 01200 scheint sich zwischen zwei geradezu diametral entgegengesetzten Inhalten abzuspielen: einem natürlich-organischem und einem mathematisch/physikalisch-technischem. Allein mit schwarzer Acrylfarbe ist mit hohem malerischem Gehalt ein vermeintlich menschlicher Arm oder Bein angedeutet, das in seiner Plastizität in großem Gegensatz zur linearen Strenge steht, die es von jeglichem Umfeld abgetrennt und isoliert auf eine wie antiseptisch wirkende Hintergrundfläche bannt. Zwischen rot-weiße Dreiecke gespannte Linien erinnern an Kräfteverläufe statischer Konstruktionen, die – wie Fremdkörper auf ein Röntgenbild gelegt – eine eigene Ebene bezeichnen und physikalische Eigenschaften des Organs behaupten. Wie ein Dialog zwischen zwei so grundlegend verschiedenen Bereichen der menschlichen Existenz möglich ist, ist nicht die einzige Frage, die diese Arbeit aufwirft. Wie auch andere Dialog-Werke vermag diese Arbeit als ein beispielgebendes Symbol innerhalb eines weiten Spannungsfeldes von harmonisch agierenden bis zu unversöhnlich gegensätzlichen Dialogen gelten, die sich tagtäglich auf intim-privaten bis zu öffentlich-gesellschaftsübergreifenden Ebenen ereignen.

Fremdartig verschieden, doch ohne Konfrontation begegnen und belassen sich zwei Motive im Dialog Nr. 146, wohingegen der Dialog Nr. 181 von Schwingungen beseelt ist, die in einem Calder‘schen Wechselspiel miteinander agieren und zu einem gemeinsamen Klang verweben. Bis zum 5. April kann der Besucher sich auf die eigene Dialogsuche mit den Arbeiten von Margot Drung in die Virchowstraße 37 begeben.

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Margot Drung, Dialog Nr. 434 539

Margot Drung, Dialog Nr. 01200

Margot Drung, Dialog Nr. 181

Februar 2016

Helmut Feldmann, Nordland II, 2002 (Ausschnitt)

Das Land am Meer

Bilder der Heimat, der geografischen wie der seelischen, malt in einer sehr individuellen Technik Helmut Feldmann aus Oldenburg.

Das Land am Meer lautet der Titel der aktuellen Ausstellung in der Sezession Nordwest. Zugleich benennt er Heimat und Themenspektrum des in Oldenburg lebenden Künstlers Helmut Feldmann. 1964 in Deternerlehe geboren, studierte er 1993 bis 1997 Grafik und Malerei an der Kunstakademie Minerva in Groningen: Ausgang seines ausgeprägten Interesses an unterschiedlichsten Drucktechniken, das zu einem großen und sehr individuellen Experimentierfeld wurde. Neben „üblichen“ Druckträgern wie Kupfer- und Zinkplatten zog er Plexiglas- und Kunststoffplatten und folgend immer empfindlichere Materialien hinzu, die wie etwa Aluminium- und Frischhaltefolien nur wenige, teils nur einen Druckprozess überstehen. Dem durchaus verletzlichen Landschaftsraum seiner Darstellungen – Wattenmeer und Moore, die von Wolkensphären überspielt werden – stehen seine technischen Umsetzungen geradezu geschwisterlich zur Seite. Denn auch wenn sich die Arbeiten durch einen vermeintlich, doch nur vordergründig bis zum Abweisen intensiven bis harten Farbgehalt auszeichnen, spürt man eine ausgeprägte Leichtigkeit, eine große Ruhe und Weite, die ihnen innewohnt. Diese meisterhaften Atmosphären erschafft der Künstler mittels seiner ausgefeilten Technik. Viele dünne Farbschichten werden teils abgetragen und von weiteren Farbaufträgen überlagert. Neben Spachtel und Pinsel nutzt er auch den Handballen wie ein Polierkissen und erzielt so dieses besondere Spannungsfeld zwischen einer kraftvollen, teils irdischen Schwere und einer transparenten fernen Lichtzone. Auf Leinwand gebannte Bilder, die den Anschein erwecken, als seien sie wie altmeisterliche Miniaturen auf Metall gemalt oder als bestünden sie selbst aus Metall.

Die Palette besteht vorwiegend aus Erdtönen mit einem hohen Braun-Rot-Anteil. Die Farbe selbst ist Kupferdruckfarbe, mit der – weil beim Erlernen des Druckens reichlich vorhanden und häufig „übrig“ geblieben – anfänglich spielerisch auf den Druck gemalt wurde. Allmählich ließ Feldmann die Druckerpresse immer mehr beiseite und gewährte dem malerischen Prozess einen stetig größeren Anteil.

Feldmanns Landschaften sind weniger abgebildete Natur. Vornehmlich bietet die heimatliche Umgebung Anregungen und Ausgangspunkte, um „innere“ Landschaften anzuklingen und auf die Leinwand zu projizieren. Horizonte, die häufig Bilder als „Landschaften“ ausweisen, können messerscharf, leicht aufgelöst oder durch Wolkenformationen verunklart sein.

Neben seinem ausgewiesenen malerischen Vermögen besitzt Feldmann ein großes zeichnerisches Können, das er in lyrischen Grafiken mit menschlich-figürlichen Studien bewiesen hat. Auf dem Gebiet der Grafik hat er sich mit dem Hochdruck auch der ältesten dieser Gattung angenommen – und erneut experimentiert: Mit papierenen, also äußerst empfindlichen Druck-„Stöcken“ hat er Blätter mit Gräsern gedruckt. Zeichnerisch fragil, erlaubt diese Technik nur sehr wenige Drucke, Unikate sind darunter. Vom 4. Februar bis zum 1. März werden ausgewählte Werke im Schaufenster für regionale Kunst in der Virchowstraße präsentiert.

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Helmut Feldmann, Nordland, 2002

Helmut Feldmann, Nordland II, 2002

Helmut Feldmann, Abend am Hammrich, 2015

Januar 2016

Peter Geithe, Japanische Landschaft (Ausschnitt)

WWW World Wide Works

Das klassische Thema Reisebilder hat Peter Geithe im Laufe von über 20 Jahren sehr individuell interpretiert und abhängig vom Reiseziel in spezifische Arbeiten einfließen lassen.

Reisebilder sind eine besondere Spezies in der bildenden Kunst, die Künstler über viele Jahrhunderte in nahen wie fernen Ländern schufen. Sie verließen die Heimat, um wie Dürer auf seinen Italienreisen das Selbstverständnis namhafter Renaissancekünstler sowie fremde Techniken und Malweisen zu erforschen. Im 18. Jahrhundert schufen Maler wie die Canalettos oder Guardi Veduten von Venedig, Dresden Wien und Warschau für den Adel und ein reise- und bildungsfreudiges englisches Publikum. Auf zahlreichen Reisen durch Europa hielt Turner nicht nur bedeutende historische, architektonische und landschaftliche Sehenswürdigkeiten fest; das südliche Licht Italiens veranlasste ihn zu einem radikalen Wandel in seiner Malerei. Nazarener und „Deutschrömer“ zogen für Monate und länger nach Italien, um sich an antiker wie gegenwärtiger römischer Kunst zu bilden – und dabei die fremde Kultur mit ihrem besonderen Lebensgefühl zu genießen.

Spätestens mit dem Siegeszug der Fotografie und letztlich ihrer massenhaften Verbreitung durch das Internet haben klassische Reisebilder ihre einstige Funktion verloren und sind nur mehr für die persönliche Erinnerung relevant. Im Gegenzug beinhaltet das Möglichkeiten ganz neuer, individueller künstlerischer Wege – wie es etwa Peter Geithe seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert macht. Einen Einblick in seinen breit gefächerten Schaffenskomplex bietet er unter dem Titel WWW – World Wide Works vom 1. Oktober bis zum 3. November in der Virchowstraße 37. Mit eigenen Worten umreißt er seine „Reisebilder“:

„‚Der kürzeste Weg zu sich selbst führt einmal um die Welt herum.‘ Dieser Satz des reisenden Philosophen Hermann Alexander Graf Kayserling (1880–1946) ist für meine Reisefreude und die Lust auf Entdeckungsreise zu gehen, mein Leitfaden.

Mit einem Skizzenblock und Material für die kreative Beschäftigung auf meinen Reisen bin ich immer ausgerüstet. Es entstehen häufig fertige kleine Arbeiten, aber auch schnelle Skizzen, die im heimischen Atelier ausgearbeitet werden. 1990 reizte eine Ägyptenreise zu schnellen Zeichnungen von Moscheen und einfachen Häusern auf Löschpapier direkt vor Ort. Das war der Beginn für eine kontinuierliche Beschäftigung mit diesem ‚Reisetagebuch‘. Seit 25 Jahren ist die Sammlung auf ca. 600 Arbeiten angewachsen.

Auf einer Ausstellungsreise in Japan habe ich abends im Haus meines japanischen Freundes in einem kleinen Gästezimmer auf dem Fußboden gesessen und kleine Landschaftscollagen aus Zeitungsbeilagen geklebt. Eine Ausstellungseinladung nach Russland zum Jubiläum des Fine Art Museums im sibirischen Surgut führte auf einen Ausflug in die Taiga zu einheimischen Chanten. Kleine Bleistiftportraits erinnern an diese freundlichen und liebenswerten Nomaden. 2015 motivierte eine Schiffsreise nach Island zu stark farbigen Landschaftseindrücken mit Acryl und Bauxit.

Der große Reiz, sich auf die unterschiedlichsten Seherfahrungen der jeweiligen Orte einzulassen, führte zu vielfältigen kreativen Ausdrucksformen der kleinen Arbeiten, die das Reisetagebuch der besonderen ART bilden.“

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Peter Geithe, Lofoten

Peter Geithe, Japanische Landschaft IV

Peter Geithe, Japanische Landschaft VII

Peter Geithe, Berlin-Lanzarote

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